TAH-Serie (4. Folge FF)

Früh übt sich...eine alte Weisheit, die bis heute gilt

                                                                                                     Frühförder- und Beratungsstelle 

Früh übt sich… Schon der Volksmund weiß es und sagt: Früh übt sich, wer ein Meister werden will“ oder „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Und es ist wirklich so, dass die ersten Lebensjahre eines Kindes die Wichtigsten in seiner gesamten Entwicklung sind. Hier wird der Grundstein für eine gesunde körperliche, geistige und seelische Entwicklung gelegt. Bewegung, Körperwahrnehmung, Sprache, logisches Verständnis, Umwelterfahrungen sowie soziales Verhalten und ein gutes Selbstwertgefühl bilden sich spielerisch durch Nachahmen und Ausprobieren aus. Fingerspiele, das erste Krabbeln und dann Laufen, Klettern, Ineinanderstecken und Herausholen oder einen Turm aufbauen und wieder zerstören sind typische „Lernspiele“ von Kindern.

Was, wenn die Entwicklung nicht voranschreitet ?

Nicht alle Kinder schreiten auf dieser Entwicklung zügig und ohne Probleme voran. Manchmal liegt dies daran, dass das Kind zu früh geboren wurde oder eine Behinderung vorliegt. Bei einem anderen Kinde stagniert die Entwicklung vielleicht oder es besteht ein Problem in einem bestimmten Bereich.

Wie hilft die Frühförderung?

Die Frühfördermaßnahme kann mit dem Säuglingsalter beginnen, über den Regelkindergarten fortgeführt und bis zur Einschulung fortgesetzt werden. Die Fördermaßnahme findet in der Regel im häuslichen Umfeld statt. So können ein intensiver Kontakt und Austausch zu den Eltern sichergestellt, die aktuelle Entwicklung gemeinsam reflektiert und zusammen Impulse zur Entwicklung gegeben werden.

Je nach Entwicklungsstand und -möglichkeit des Kindes bieten die Mitarbeiter eine ganzheitliche Förderung an. Es ist wichtig, dass Kinder diese Entwicklungsprozesse lustbetont erleben und sich die Lernprozesse im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv und mit Freude aneignen. Im Rahmen der Förderung stehen positive Selbsterfahrung, Erfolgserlebnisse, Bestätigung und Spaß im Vordergrund.

Zusätzlich zur Einzelförderung werden auch Gruppenförderungen angeboten.

Diese finden in den Räumen der Lebenshilfe, entweder in Stadtoldendorf, oder Holzminden statt.

- Psychomotorik-Gruppen

- Vorschulgruppen

- Kleinstgruppen

- Eltern-Kind-Gruppen

Die Frühförder- und Beratungsstelle betreut die Stadt Holzminden mit Ortsteilen und die Samtgemeinden des Landkreises.

Wie sieht der Weg zur Frühförderung aus ?

In der Regel nehmen die Eltern Kontakt zu der Frühförder- und Beratungsstelle selbständig oder nach Rücksprache mit Ärzten, Kindergärten etc. auf. Zu Beginn einer Maßnahme steht der Erstkontakt im häuslichen Umfeld der Familie. In diesem Kontext entsteht durch eine Spielbeobachtung und eine Entwicklungsdiagnostik ein erster Eindruck über den Entwicklungsstand des Kindes. Anschließend folgt ein eingehendes Beratungsgespräch mit den Eltern über die Entwicklung ihres Kindes. Wenn sich die Notwendigkeit einer Fördermaßnahme bestätigt muss eine interdisziplinäre Eingangsdiagnostik durch das Interdisziplinäre Früherkennungsteam (IFF-Team) stattfinden. Dieses Team setzt sich aus dem Chefarzt der Kinderabteilung des St. Ansgar-Krankenhauses in Höxter, Dr. med. Klimpel, einer Motopädin, einer Physiotherapeutin sowie der pädagogischen Leitung der Frühförderung zusammen. Ein Antrag auf Kostenübernahme wird beim jeweiligen Landkreis gestellt. Danach finden dann regelmäßige Termine, meist einmal wöchentlich, mit den unterschiedlichen Fachkräften der Frühförderung statt.

Ein Angebot für die ganze Familie – die Heilpädagogische Familienhilfe (HPFH)

Ein weiteres Angebot der Lebenshilfe Holzminden stellt seit vielen Jahren die Heilpädagogische Familienhilfe (HPFH) dar. Hierbei handelt es sich um ein Angebot intensiver Unterstützung für die gesamte Familie, die ein Kind mit einer Behinderung, Entwicklungsverzögerung oder Verhaltensauffälligkeit haben oder für Eltern die selbst eine Behinderung haben oder psychisch erkrankt sind. Die Mitarbeiter der HPFH bieten Beratung und Begleitung bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten und erarbeiten gemeinsam mit der Familie neue Perspektiven im familiären Alltag. Neben der Beratung bei der Konflikt- und Krisenbearbeitung in der Familie erfolgt die Begleitung und Unterstützung von Familien in Zusammenarbeit mit Ämtern und Institutionen.